Firmengeschichte

Der Gründer: Hans Herterich

Hans Herterich, wurde am 16.12.1907 in Pforzheim geboren. Bereits als Schüler hatte er Privatunterricht im Zeichnen, Malen und Plastizieren. Als Kind erlebte er die dramatischen Einflüsse des 1. Weltkriegs (1914 -1918).

Danach konnte er, noch unter dem Eindruck der Kriegsereignisse und den Entbehrungen, in zwei Jahren Vollschule eine Ausbildung zum Goldschmied machen. Er vertiefte als Meisterschüler sein Wissen in acht Semester an der Kunstgewerbeschule in Pforzheim. Hans Herterich arbeitete als freier Designer, wurde aktives Mitglied bei der Zunft Jungkunst und lehrte vor dem 2. Weltkrieg als Dozent an der Meisterschule für angewandte Kunst in Breslau.

Er war ein Meister seines Faches

Seine weitere Prägung vom Impressionismus zum Postimpressionismus wurde während dieser Zeit an der bekannten staatlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau vollzogen.

Diese Hingabe zum Postimpressionismus, welche die traditionelle Rolle der Malerei als Fenster zur Welt überschritt und stattdessen zu einem Fenster in den Geist und die Seele des Künstlers wurde, beeinflusste auch seine Malerei und Schmuckentwürfe. In dieser Zeit experimentierte er mit einer Handschleuder, wie sie im zahntechnischen Gewerbe beriets verwendet wurde, um Schmuckstücke herzustellen.

Seine Liebe bringt Ihn zurück nach Pforzheim.

Er lebt mit seiner Frau Luise im idyllisch gelegenen Fachwerkhaus seiner Schwiegereltern, in dem damals kleinen Flößer- und Fischerdorf Dill-Weissenstein, direkt an der Nagold, einem der drei Flüsse in der Dreitälerstadt "Pforzheim".

Zuerst entwarf er in der Küche bei seinen Schwiegereltern modischen Schmuck, den er vermarktete. Schließlich baute er auf dem Anwesen ein kleines Fachwerkgebäude und gründete dort sein Atelier.

Wissen Sie noch, was es ursprünglich bedeutete:
„Der hat sein Lehrgeld bezahlt!“

Dazu möchte ich Ihnen, bevor es gleich weitergeht, eine kleine Geschichte von unserem Firmengründer Hans Herterich erzählen:

Sein neues Atelier stattete er als anerkannter Meister mit Plätzen zur Lehrlingsausbildung aus.

Als gefragter Lehrmeister kamen die Lehrlinge aus den Schmuckbetrieben und der Umgebung zu ihm in seine Lehrwerkstatt. Er unterrichtete sie umfassend in den Fertigkeiten, die er an sie weitergeben konnte.

Als Ausgleich für diese Ausbildungsleistung bezahlten Sie dem Lehrmeister

„Das Lehrgeld“

Aus der Not geboren -
Der Impuls für eine ganze Industrie

Nahezu am Ende des 2. Weltkrieges am 23. Februar 1945 ab 19:45 Uhr wurde Pforzheim Ziel eines der heftigsten Luftangriffe der alliierten Streitkräfte. Der Luftschlag mit dem Codenamen „Yellowfin“ zerstörte nahezu die ganze Stadt und kostete ca. 17.000 Menschen (1/3 der gemeldeten Einwohner) das Leben.

Die Hitze der aus 378 Flugzeugen abgeworfenen rund 1550 Tonnen Spreng- und Brandbomben entfachte in der von Industriebauten und Fachwerkbauweise bestimmten Innenstadt ein Inferno und einen Hitzesturm von weit über 1000 Grad Celsius. Die Flüsse waren so heiß, dass sich die Menschen, die sich ins Wasser retten wollten, darin verbrühten und starben. Viele Familien erstickten in den Luftschutzbunkern, manche wurden auf der Flucht von der Hitzewalze überrascht und auf die Größe von Puppen geschrumpft. Das Inferno dauerte bis 20:10 Uhr und wurde von dem britischen Militärhistoriker Richard Overy als „unverkennbar strafend in seinem Charakter und maßlos in seinem Umfang“ beschrieben.

Marktplatz_von_Pforzheim 23.Februar 1945

Maßlose Zerstörung

- Viele Familien waren ausgelöscht.
- Die von den Römern gegründete Stadt und 2000 Jahre Stadtgeschichte waren zerstört.
- Die Industrie war tot.

Hans Herterich überlebte im Vorort Dillweißenstein, der aufgrund der günstigen Winde bei der Markierung der Stadt mit Leuchtfeuern („Christbäumen“) verschont blieb. Aber die Grundlage seiner bisherigen Arbeit, mit der er sich und seine Frau ernährte war sprichwörtlich „über Nacht“ verbrannt.

Am 17. April 1945 marschierten französische Streitkräfte in Pforzheim ein und die Stadt wurde von den Siegermächten in die amerikanische und französische Besatzungszone geteilt. Erneut ein Schicksalsschlag für viele Familien, die dadurch getrennt wurden und diese Zonengrenze nur mit besonderer Erlaubnis übertreten konnten.

Der Neuanfang

Herr Tewes-Diehl, ein Zeitzeuge und Bekannter von Hans Herterich berichtete mir, daß er 1946 nach Pforzheim kam, um seine Facharbeiterprüfung und Gesellenprüfung zu machen.
Er kam in der Zunft Jungkunst auch mit Hans Herterich in Kontakt und man entdeckte berufliche Gemeinsamkeiten.

Anfang 1950 weilte - ein Neffe „aus gutem Haus“ - aus den USA im Hotel Schwarzwaldrand seines Onkels Karl Kunzmann in Birkenfeld vor Pforzheim. Zu dieser Zeit logierte dort auch Herr Diehl. Birkenfeld war in der französischen Besatzungszone und Herr Diehl, damals 25 Jahre jung, hatte einen Passierschein und konnte so mit seinem Motorrad zur Ausbildung nach Pforzheim gelangen.

Der Besucher aus USA und Herr Diehl kamen ins Gespräch und es gab Interesse an der Schmuckfertigung. Damals war Pforzheim als „Weltplatz für Schmuck und Uhren“ gerühmt.

Der Neffe aus USA hatte seinerseits Zugang zu Gummiformtechniken – vielleicht aus dem Dentalbereich. Nachdem das gegenseitige Interesse geweckt war, brachte Herr Diehl den Neffen und Hans Herterich in Kontakt. Es wurde ein Handel vereinbart. Herr Herterich tauschte seine Entwürfe oder Modelle gegen das Know How im Formenbau. Die Beteiligten trafen sich über Wochen bei Hans Herterich im Werkraum in Dillweißenstein und experimentierten mit den Materialien und Modellen zur Vervielfältigung in den Formen. Hans Herterich erkannte das große Potenzial der Technik und nutzte diese Chance für seinen Neuanfang.

Hans Herterich an der Gießschleuder

Laboratorium für Zentrifugalguss von Edel- und Unedelmetallen

Er gründete am 18.März 1946 das „Laboratorium für Zentrifugalguss“.

Gleichzeitig revolutionierte er damit den gesamten Herstellungsprozess der Schmuckbranche und legte somit einen wesentlichen Grundstein für den Wiederaufbau der industriellen Schmuckfertigung in der Goldstadt nach dem 2. Weltkrieg.
Hier verbesserte er die Produktionsabläuft, experimentierte mit den Legierungen um die optimalen Parameter festzulegen und initiierte wesentliche Standards in dieser jungen Branche.

Moderne Maschinentechnik in Form der Gasschleuder wurde angeschafft. Zahlreiche Goldlegierungen wurden für die Gießtechnik produktionsfähig gemacht.

HANS-Dampf in allen Gassen - ein Tausendsassa und Generalist

Sein persönlicher Erfolg blieb nicht auf das unternehmerische Tun beschränkt.
Er widmete sich persönlichem, künstlerischem Schaffen, insbesondere der Malerei und dem Plastizieren. Er organisierte in iegener Sache Vernisage und Ausstellungen und engagierte sich weiterhin in der Zunft Jungkunst.

In der Zunft wirkte er längere Zeit als Obermeister und erinnerte Ende 1975, anläßlich seiner Ehrung mit dem goldenen Ehrenring für 50-jährige Mitgliedschaft daran: " ... damals wie heute ist die AUfgabe dieser Vereinigung die Fortentwicklung kreativer Ideen und Taten !"

Tänzerin
Wachsspritzabteilung

Eintrag ins Handelsregister

Am 14.Oktober 1958 wurde das Unternehmen ins Handelsregister eingetragen und firmiert danach ab 5. Februar 1975 als "Hans Herterich GmbH - Zentrifugalguss für Edel- und Unedelmetalle."
Sein Pioniergeist war ungebremst und er erprobte Platinlegierungen für die Feingusstechnik. Nach der ausführlichen Erprobung wurde die Markteinführung durch neu erworbene Hochfrequenzgießanlage unterstützt.

Die Experimentierfreude öffnete den Zugang zu zahlreichen Branchen und verscheidensten Anwendungen.

Nach seinem Tod im März 1992 wurde das Unternehmen einige Zeit von der aufmännischen Leitung geführt.

Wechsel in der Geschäftsführung

Am 15.Februar 1993 übernahm Roger Cermak das Unternehmen und führt seither auch die Geschäfte.

Er absolvierte nach dem Abitur (1980) an der technischen Universität Karlsruhe "Fredericania" ein Maschinenbaustudium mit dem Schwerpunkt Produktionstechnik. In mehreren Unternehmen konnte er von 1986 bis 1993 in verschiedenen Aufgaben Erfahrung sammeln und arbeitete zuletzt in führender Verantwortung.
Seine Erfahrung aus der Produktionstechnik und der Anwendung rationeller Fertigungsmethoden führte das Unternehmen schnell in einer angespannten Konjunktur zu rationellen Strukturen und Abläufen.
Als ursprünglich Branchenfremder erarbeitete er sich umfassende Fachkompetenz und veränderte das Unternehmen zusammen mit einer leistungsfähigen Belegschaft zu einem Dienstleistungszentrum Gießereiservice. Das Unternehmen bietet in enger Zusammenarbeit mit qualifizierten Netzwerkpartnern umfassenden Service. Das Angebot "Alles aus einer Hand" wurde von Herterich in der Branche eingeführt und zwischenzeitlich auch mehrfach kopiert - aber nie erreicht!
Vom Design, dem Modell über den angestammten Bereich Gießerei, sowie das Versäubern, Goldschmieden, Fassen, Polieren, bis hin zu galvanischen Arbeiten werden Aufgaben für Kunden erledigt.
Der Service wird von zahlreichen Unternehmen sehr geschätzt, weil durch die Verlagerung zu Herterich produktionskosten gesnkt werden können und kleinere Unternehmen umfangreichere Aufträge durch die "verlängerte Werkbank bei Herterich"überhaupt erst annehmen können.
Auch reine Handelsagenturen lassen bei Herterich Ihre Ideen und Kundenwünsche schnell und preiswert realisieren. Dafür wurde der Versandservice zum Endkungen vor einigen Jahren zusätzlich eingeführt.

Leider haben sich die beiden Unternehmer nie persönlich kennen gelernt. Jedoch verbindet sie eines auf jeden Fall! Die Freude am Beruf und die Lust sich auf neuer Herausforderungen einzulassen.
Auch unter der Führung von Roger Cermak wurden immer wieder Neuerungen in der Branche etabliert. 3D-Druck seit 1999 und zahlreiche Legierungen mit speziellen mechanischen Eigenschaften werden angewendet. Guss von Kunststoffteilen unter Vakuum, Präzisionsguss mit wenigen 1/100stel Toleranz.

Als kompetenter und führender Anbieter mit umfangreichen, produktionstechnischen Kenntnissen und langer Erfahrung finden immer mehr Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen zu Herterich.

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